2017

PAD/ZFA
Georgien

Im Notfall mit Händen und Füßen

Sophia Anders erlag dem Charme Georgiens sehr schnell und konnte ein Jahr lang erleben, was Gastfreundschaft auf Georgisch bedeutet.

"Als Gott die Welt erschuf, verteilte er auch die verschiedenen Nationen auf die Länder. Während er sich überlegte, wie er das tun wollte, stritten die Menschen darüber, wer welches Land bekommen würde. Nur die Georgier tranken Wein, sangen und tanzten.
Nachdem Gott alle Länder verteilt hatte, bemerkte er, dass die Georgier immer noch fröhlich feierten. Diese Lebenslust berührte Gott, sodass er beschloss den Georgiern das Land auf der Erde zu geben, dass er eigentlich wegen seiner Schönheit für sich vorgesehen hatte." - so erzählt es die Legende.

Und es stimmt, Georgien ist ein wunderschönes Land, zwischen dem schwarzen Meer, dem kleinen und dem großen Kaukasus. Doch nicht nur dies verleiht Georgien seinen besonderen Charme, sondern vor allem die Menschen und deren Kultur. Ich bekam die Chance diese ein Jahr lang durch kulturweit mitzuerleben und als Freiwillige an der 83. öffentlichen Schule in Tbilisi zu arbeiten.

Nachdem ich im April 2016 die Zusage für Georgien bekam, musste ich erstmal einiges recherchieren. Viel wusste ich über das Land noch nicht. Das sollte sich in den nächsten Monaten ändern.

Freundlicher Empfang in der Schule

In meiner Einsatzstelle, wurde ich fröhlich empfangen. Da ich die erste Freiwillige an der Schule war, brauchte es eine kurze Organisationszeit, bis meine Aufgaben geklärt waren. Es bauten sich dann aber schnell freundschaftliche Verhältnisse zu den Deutschlehrerinnen auf.

Ansicht eines großen Gebirges Blick über Tiblissi Sophia Anders mit verkleideten Schülern

Meine Aufgaben bestanden darin, gemeinsam mit den Lehrerinnen den Unterricht vorzubereiten, Klausuren zu überprüfen und vor allem den Kindern ein deutschsprachiges Alternativprogramm zu bieten. Das bedeutete, eine Deutsch-AG, zwei Theaterstücke, mit denen wir es sogar in die "Kaukasischen Post" schafften, und einen kleinen Film über deutsche Sehenswürdigkeiten.

Bestechende Vielseitigkeit

Neben der Schule blieb genug Zeit, um Georgien und seine Nachbarländer zu erkunden. Die Region besticht mit ihrer Vielseitigkeit und das Reisen ist einfach und günstig. Das größere Hindernis stellt vielmehr die Sprache da, weshalb ich mich bemüht habe, Georgisch zu lernen und einen Russisch-Kurs belegt habe. Für Notfälle hatte ich Hände und Füße.

Das Schönste an Georgien ist für mich Tbilisi. Die Stadt hat alles zu bieten, was man sich erhoffen kann. Mit den Straßenständen, kleinen Cafés, georgischer Küche, Museen, einer wunderschönen Oper, kleinen Gassen und großen Boulevards wird es nie langweilig. Man sollte aber beide Augen und Ohren offen halten, um nicht vom Straßenverkehr überrollt zu werden.

Nach dem Ende meines Aufenthalts in Tbilisi blicke ich oft und gerne auf die aufregende Zeit und die vielen Erlebnisse zurück, und bin froh, diese Chance bekommen zu haben. Das Jahr in Georgien hat mich vor allem gelehrt, auch über den Tellerrand zu blicken, sensibler für meine Umgebung zu sein und das Leben etwas gelassener anzugehen.