Vanessa

freiwillige in nairobi, kenia

Portrait von Vanessa van den Hövel

#SuchdasWeite mit Vanessa

Vanessa van den Hövel studierte Politikwissenschaft in Duisburg und Friedens- und Konfliktforschung in Magdeburg. Ihren kulturweit-Einsatz verbrachte sie 2016 während ihres Masterstudiums in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Dort arbeitete die damals 25-Jährige für ein halbes Jahr in Naturprojekten und half bei der Entwicklung eines UNESCO-Geoparks mit. Heute wohnt die gebürtige Niederrheinerin in Mönchengladbach und bereitet sich auf den Berufseinstieg in der Entwicklungszusammenarbeit vor.

"Ich wollte gerne raus aus Deutschland und meinem Alltag als Studentin, Neues erleben und Praktisches tun", erzählt Vanessa van den Hövel. Kenia kannte sie schon vor ihrem Freiwilligendienst – einige Jahre zuvor hatte sie das ostafrikanische Land bereits für ein Praktikum besucht. kulturweit sollte sie erneut dorthin führen. "Erst dachte ich: Kenia kenne ich doch schon!", erinnert sich Vanessa van den Hövel an den Moment, als sie von kulturweit die Zusage für einen Freiwilligendienst in der kenianischen UNESCO-Kommission erhielt. "Heute bin ich froh, dass ich Land und Leute noch besser kennenlernen durfte."

Flamingos, Geysire und Flüsse schützen

Zu ihrer Hauptaufgabe während des Freiwilligendienstes gehörte der Aufbau eines Geoparks im westkenianischen Baringo County. "UNESCO-Geoparks sind Gebiete mit geologischen Besonderheiten. Es geht darum, die Menschen vor Ort einzubeziehen und ein Bewusstsein für die Einzigartigkeit der Region zu schaffen. Außerdem sollen die Parks den Tourismus fördern", erklärt Vanessa van den Hövel. Um den Geopark in Kenia aufzubauen, besuchte sie mit einem Expert*innen-Team die Region, sprach mit den Kommunen und organisierte die Beantragung.

Vanessa wollte raus aus ihrem Alltag als Studentin, Neues erleben und Praktisches tun. In Nairobi war sie kulturweit-Freiwillige bei der kenianischen UNESCO-Kommission.

"Im Baringo County gibt es eine Vielzahl an geologischen Besonderheiten. Man hat Fossilien gefunden, etwa Fische, Schnecken oder Zähne von Mammuts. Über 1,5 Millionen Flamingos leben dort. Es gibt einen alkalischen See mit Geysiren, also heißen Quellen, und Flüsse mit besonderen Gesteinsarten, die nur in dem Gebiet vorkommen. Das ist wirklich eine beeindruckende Region!"

Neben den Geoparks unterstützte Vanessa van den Hövel die Nationalkommission in weiteren Projekten. Sie organisierte unter anderem einen Schreibwettbewerb für Kinder zur Ozeanforschung, einen Workshop für Lehrkräfte der Geowissenschaften, schrieb Reden für die Generalsekretärin und führte Jugendveranstaltungen durch.

Über sich hinausgewachsen

In ihrer Freizeit lernte sie die Landessprache Suahili, bestieg den Mount Kenya und verbrachte Zeit mit Freund*innen: darunter ihre internationalen Mitbewohner*innen ebenso wie Kenianer*innen. "Ich habe vor Ort viele Freundschaften mit Einheimischen geschlossen und war überrascht, wie offen ich aufgenommen wurde. Alle in meinem Team kamen aus Kenia, dennoch wurde Rücksicht auf mich und meine Kultur genommen."

So positiv es für Vanessa van den Hövel war, in eine andere Kultur einzutauchen – manches hat sie auch herausgefordert. "Nairobi ist hektisch, man kennt das Verkehrssystem nicht, da ist es in den ersten Wochen wahnsinnig kompliziert, sich zurechtzufinden." Auch die Sicherheitssituation in Nairobi fand sie schwierig. Man müsse besser als in Deutschland auf sich selbst aufpassen, so Vanessa van den Hövel. "Einmal wurde ich im Bus bedrängt und habe mich sehr unwohl gefühlt. Aber sofort hat mir ein netter Mann seine Hilfe angeboten und mich sicher nach Hause gebracht."

"Ich habe vor Ort viele Freundschaften geschlossen und war überrascht, wie offen ich aufgenommen wurde."

kulturweit-Einsatz fördert Selbstvertrauen und Weltoffenheit

Rückblickend ist Vanessa van den Hövel immer noch begeistert von Kenia und ihrem kulturweit-Einsatz vor zwei Jahren. "Ich wurde sehr gut auf meinen Einsatz vorbereitet und während der Zeit im Ausland begleitet. In den sechs Monaten habe ich viel über mich selbst gelernt und neue Perspektiven für die Zukunft gewonnen. Inzwischen gehe ich Herausforderungen gelassener an und vertraue mehr auf mich selbst."

Dass der Freiwilligendienst kulturweit um Einsatzstellen in Naturerbestätten erweitert wird, findet sie eine sehr gute Idee: "Unsere Welt befindet sich im Wandel. Es ist wichtig, dass wir unsere Verantwortung für die globale Umwelt wahrnehmen und uns für die Natur einsetzen." Mit kulturweit könne man dies ganz praktisch tun. Wichtig findet Vanessa van den Hövel, sich im Freiwilligendienst mit Offenheit und ohne Vorbehalte auf das Einsatzland einzulassen. "Dabei lernt man so viel über andere Kulturen und Regionen und wächst über sich selbst hinaus – das ist unbezahlbar."

Wichtig findet Vanessa, sich im Freiwilligendienst mit Offenheit und ohne Vorbehalte auf das Einsatzland einzulassen.

Vanessa van den Hövel vor einer Weltkarte