2012

Goethe-Institut
Argentinien

(M)ein Jahr kulturweit

Jonathan Steinhardt verbrachte mit kulturweit und dem Goethe-Institut zwölf Monate in Jardín.

kulturweit - Wie war das noch mal?

Ich bin angetreten als Jungspund, naiver Abiturient mit Lust die Welt zu entdecken, verloren in meinen Vorstellungen und mit dem Bedürfnis meine Zukunft auszurichten.

Was soll ich einmal werden?
Was will ich studieren?
Wo gehöre ich hin?

Fragen wie diese trieben mich um und veranlassten mich zu einem Jahr der Orientierung - ein Jahr in dem ich mich beruflich und persönlich ausprobieren wollte, um mich zu entfalten.
Ich hatte Glück: kulturweit bot mir eine Stelle in Argentinien an und ohne wirklich genau zu wissen, wofür ich mich entscheiden würde - sagte ich zu. Ich blickte auf ein Jahr voller Herausforderungen wie Spanisch zu lernen, Deutsch auf einer Fremdsprache vermitteln, immer noch ein Sozialleben haben und zurück kommen mit einem klarem Berufs- und Studienwunsch. Sprachlehrassistent sollte ich sein an einer Goethe-Schule. Klingt erstmal gut, aber wie sollte ich mir das genau vorstellen?

Holprig lief es an - Eine Woche Fieber, welches ich meiner jugendlichen Naivität und mehreren Tagen praller Sonne zu verdanken hatte. Schwierigkeiten in der Kommunikation mit den Schüler*innen und eine sehr limitierte Auswahl an Gesprächsthemen mit den verblieben Gleichaltrigen in der argentinischen Provinz Jardín America. Ob ich hier wirklich hin gehöre?

Lehrerin im Unterricht Jonathan und Schüler posieren vor einer roten Wand für ein Gruppenfoto

Egal. Ich hatte diese Chance bekommen, die Gelegenheit in einem sicheren Rahmen voll loslegen zu können mit dem, was ich mir auf dem Vorbereitungsseminar erträumt hatte.
Musikvideos und Kurzfilme zum Deutsch lernen - warum nicht? Meine Deutschlehrerin sagte ja und unterstützte mich. Ich loderte für die Projekte und der Funken sprang über. Meine Schüler*innen zogen mit und begeisterten sich mit den Projekten mehr und mehr für das Fach Deutsch. So bildeten sich echte Freundschaften heraus die bis heute tragen.

Nun sind diese Freundschaften nicht das Einzige, was ich nach einem Jahr Selbstverortung in Argentinien wieder mit nach Deutschland nahm. Ich trug nun auch die Selbstsicherheit in mir, zu wissen, was ich kann, was ich will und was überhaupt möglich ist.
Heute studiere ich Unternehmensgründung, um meine Träume nicht nur zu träumen, sondern zu verwirklichen und gründe die Filmproduktion The Worldrooms. Das Jahr mit kulturweit ist ein wesentlicher Teil meines Werdegangs und bereichert mich bis heute. Vielen Dank kulturweit an dieser Stelle für eure unglaubliche Arbeit und die Möglichkeit, die ihr mir gegeben habt! Muchas gracias!