Mit Neugierin den Unterricht

Wie fühlt es sich an, das erste Mal in Deutschland zu sein? Sharon unterstützt in einem Verein und der Gesamtschule Bremen Mitte. Vom ersten Schultag bis zum Theaterprojekt: Sharon berichtet von ihrer kulturweit-Zeit.

Ich hatte das Glück, im Rahmen des kulturweit-Incoming-Programms meinen Freiwilligendienst beim Verein Partner*innen über Grenzen und an der Gesamtschule Bremen Mitte zu absolvieren. Meine Hospitation begann am 2. September und endete am 15. November. Es war mein erstes Mal in Deutschland, aber die Unterstützung durch unseren Ansprechpartner Ecki und die Lehrer*innen der Gesamtschule ermutigte mich, mich neuen Herausforderungen zu stellen. Auf einem der Fotos seht ihr mich mit Ecki und einer anderen Freiwilligen im Rathaus in Bremen.

Die erste Woche war alles neu, und meine Mitfreiwillige und ich lernten sowohl das Schulsystem als auch die Schüler*innen kennen. Ich war ziemlich nervös, da ich immer auf Deutsch kommunizieren sollte, was für mich ungewohnt war. Am Ende der Woche hatte ich mich jedoch daran gewöhnt, mich in einer deutschsprachigen Umgebung zu befinden.

In den nächsten drei Wochen war ich neben der Schule in zwei verschiedenen Projekten tätig. Zuerst nahm ich am "Recreation"-Projekt teil, einem UNESCO-Projekt. Schüler*innen aus Odessa, aus der Ukraine, kamen, um sowohl mit den Schüler*innen der Gesamtschule und einer weiteren Schule zu interagieren. Gemeinsam mit den Lehrkräften der beiden Schulen begleiteten wir sie zwei Wochen lang. Meistens organisierten wir Stadtführungen in Bremen und besuchten viele bekannte Orte. Wir Freiwillige haben besonders zu den Energizern beigetragen. Das heißt, wir haben Spiele durchgeführt, um die Schüler*innen zu aktivieren.

Nach dem Recreation-Projekt gab es das nächste Projekt, mit dem Schultheater der Länder. In Kenia haben wir etwas Ähnliches, nämlich das Musikfestival und das German Cultural Festival, bei denen Schüler aus verschiedenen Orten zusammenkommen, um ihre Kreativität zu zeigen. Neu für mich war die Rolle als Interviewer und das Filmen. Am Anfang hatte ich Angst, aber mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt.

Nach diesen Projekten waren wir zurück in der Schule und unterstützten die Lehrkräfte im Unterricht. Während der restlichen Wochen hatte ich die Gelegenheit, die Methoden kennenzulernen, die die Lehrer an der Gesamtschule benutzen. Ich schätzte, wie sie mit verschiedenen Lernenden umgehen, und habe viele Ideen mitgenommen. Besonders hervorzuheben ist die enge Beziehung zu den Lehrer*innen, die sich immer um uns kümmerten.

Die Lehrer*innen haben uns besonders in die Englisch- und Deutschstunden eingebunden, wo wir den Schüler*innen bei der Grammatik geholfen haben. In den Deutschstunden hatte ich die Gelegenheit, selbst viel von den Schülern zu lernen. Ich schätzte, wie verständnisvoll manche Schüler*innen waren, wenn ich Grammatikfehler machte. Täglich habe ich neue Wörter kennengelernt und meinen Wortschatz erweitert.

Ich habe auch Neues in den Werkstätten gelernt, zum Beispiel beim Kochen, in Musik, Geschichte, in Filmen und Projekten über Tiere und Pflanzen, im Schulgarten oder zum Thema Mittelalter in Europa. Besonders hat mir gefallen, wie engagiert die Schüler*innen waren und wie sie eigene Präsentationen beitrugen. Diese Lernmethode fand ich sehr praktisch, weil die Schüler*innen voneinander lernen und sich gegenseitig verbessern konnten.

Ich habe viele Erinnerungen an meine Hospitation, hier habe ich nur die wichtigsten Dinge erwähnt. Ich bedanke mich besonders für die Unterstützung durch kulturweit und meine Homezone „Bertrand“, die ihr auch auf einem der Fotos sehen könnt. Die Vorbereitungs-, Zwischen- und Nachbereitungsseminare haben mir persönlich sehr geholfen, viele Herausforderungen vor, während und nach meiner Hospitation zu meistern. Lang lebe kulturweit!

  • Sharon steht lächelnd in einer Gasse
  • Sharon beim Energizer mit Schüler*innen
  • Sharon mit Ansprechpartner und einer anderen Freiwilligen im Rathaus
  • Gruppenfoto von Sharon und ihrer Homezone