Mut zur Pause:Ein FSJ nachdem Studium

Nach dem Bachelor noch einmal etwas Neues wagen? Milena hat sich getraut und mit kulturweit 12 Monate in São Paulo verbracht, mit spannenden Aufgaben beim DAAD und unvergesslichen Begegnungen. Milenas kulturweit-Freiwilligendienst beweist: Für ein FSJ ist es nie zu spät.

Ein FSJ – machen das nicht nur Teenager nach dem Abi?

Ich habe mein Abitur 2020 gemacht und auch ohne die Pandemie hätte ich damals gleich angefangen zu studieren. Ein Gap Year zu machen, selbst mit einem organisierten FSJ, kam für mich damals nicht in Frage, ich wollte weiter lernen und endlich studieren. Doch nach drei Jahren an der Uni, einem Bachelortitel und einem Semester im EU-Ausland war mir klar: Ich will mehr sehen von der Welt – und ich brauche eine Pause vom Studium. Circa ein Jahr vor meiner Ausreise im Herbst 2024 habe ich angefangen, nach Möglichkeiten zu suchen, um möglichst ohne eigene Kosten ins Ausland gehen, mich engagieren und dabei erste Berufserfahrungen sammeln zu können. Das Angebot von kulturweit hat mich sofort gepackt, viele der Partnerorganisationen passten zu meinen Interessen und die möglichen Einsatzländer sprachen mich ebenfalls sehr an. Es hat mich etwas Überwindung gekostet, mein Studium zu pausieren und mich zu bewerben, aber ich bin so, so froh, das getan zu haben. Ein FSJ ist nie eine verlorene Zeit, egal, wann man es macht. Die inter- und transkulturellen Erfahrungen beim Leben und Arbeiten im Ausland sind unglaublich vielfältig, wertvoll und werden mich bis an mein Lebensende begleiten.

Der DAAD in São Paulo – eine vielfältige Stelle in einer vielfältigen Stadt

Wer eine Mischung aus strukturierter Büroarbeit, Besuchen von Konferenzen sowie Messen und eigenverantwortlicher Organisation von Kultur- und Sprachveranstaltungen mag, ist als freiwillige Person beim Deutschen Akademischen Austauschdienst in São Paulo genau richtig. Die Stelle ermöglicht es, tief ins Feld des Wissenschaftsmanagements zu blicken, den Alltag der Germanistik an der Universidade de São Paulo kennenzulernen, mit Studierenden ins Gespräch zu kommen und seine eigenen Veranstaltungen wie ein Sprachcafé, Filmreihen oder Infoevents zu Studium und Forschung in Deutschland zu organisieren. Das Team ist unglaublich nett und neben der Arbeit bleibt genügend Zeit, um die Stadt und das Land kennenzulernen (auch geringe Portugiesischkenntnisse helfen im Alltag und auf Reisen sehr!). São Paulo klingt vielleicht erst mal weniger attraktiv als Rio de Janeiro (kein Strand, ich weiß), aber die Stadt ist unglaublich und hat viel zu bieten. Auf professioneller und kultureller Ebene findet dort sehr viel statt, es gibt unzählbar viele Museen, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und alles, was man sich sonst noch wünschen kann. Außerdem ist vieles gratis (zumindest an einem Wochentag) oder sehr günstig. Es wird einem nie langweilig – im Gegenteil muss man sich eher entscheiden, was man machen und auf was man verzichten kann. Aber egal, ob es der Karneval auf der Straße, ein Wochenende am Strand, die größte Pride Parade weltweit oder ein internationales Filmfestival ist: Alles macht Spaß und die Menschen sind meiner Erfahrung nach super freundlich. São Paulo ist ein wunderbarer Ort, um die Vielfalt Brasiliens kennenzulernen, mit anderen Lebensrealitäten in Kontakt zu kommen und Neues auszuprobieren.

Kurz gesagt bin ich sehr, sehr dankbar, dass ich die Chance hatte, 12 Monate in São Paulo zu leben und zu arbeiten. Ich bin mehrfach über mich hinausgewachsen, habe neue Perspektiven kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Eine unbeschreiblich tolle Zeit, die ich nie vergessen werde.

  • Milena steht mit hochgestreckten Armen vor einem Wasserfall
  • Zwei Personen sitzen bei Sonnenuntergang in einer Düne
  • Wandgemälde einer Schwarzen Person mit lila Haaren und einem Tukan auf der Schulter
  • Hochhäuser in Sao Paolo