UnvergesslicheErinnerungen
Esraa hat durch kulturweit drei Monate in Karlsruhe verbracht. Durch die Hospitation in einer Kita wuchs sie über sich hinaus, fand eine zweite Heimat und erlebte, wie verbindend Begegnungen sein können. Esraa erzählt von Mut, Offenheit und der Erkenntnis, dass sich Zugehörigkeit manchmal fern der eigenen Heimat findet.
kulturweit war für mich nicht nur ein Programm, sondern das Tor, durch das ich meine Komfortzone verlassen konnte. Es war die Brücke zwischen dem alten Ich, das sich davor fürchtete, Neues auszuprobieren, und dem neuen Ich, das Herausforderungen mutig annimmt. Es war ein Traum, von dem ich nie gedacht hätte, dass er wahr werden könnte – doch er ist wahr geworden.
Ich leistete die Hospitation in der Einsatzstelle „educcare Kita Mühlwichtel” in Karlsruhe. Zunächst einmal hatte ich das große Glück, in Karlsruhe zu sein, einer Stadt, die perfekt zu meiner Persönlichkeit passt und die ich mittlerweile als meine zweite Heimat betrachte.
Dort habe ich wunderbare Menschen kennengelernt, die mir sehr geholfen haben und meine Erfahrung um ein Vielfaches bereichert haben. Ich hatte die Gelegenheit, Deutschland und seine Menschen hautnah kennenzulernen. Ich habe gelernt, dass man niemanden beurteilen sollte, ohne ihn erst kennengelernt zu haben, und dass jeder Ort seine guten und schlechten Seiten hat – wir entscheiden nur, an welche wir uns erinnern.
Ich liebe Kinder, habe aber nie in einem Kindergarten in Ägypten gearbeitet. Deshalb befürchtete ich, dass sie mich wegen unserer unterschiedlichen Nationalitäten vielleicht nicht akzeptieren würden. Daher war ich von ihrer Reaktion überrascht: Sie liebten mich sehr und ich liebte sie genauso sehr. Mir wurde klar, dass Kinder überall auf der Welt gleich sind, unabhängig von ihrer Nationalität. Die Liebe, die man ihnen schenkt, kommt zehnfach zu einem zurück. Ihr Lächeln, ihre Niedlichkeit und ihre Unschuld gaben mir in einem mir völlig fremden Land und in vielen schwierigen Momenten immer das Gefühl, zu Hause zu sein.
Ich habe schon immer eine Leidenschaft fürs Reisen und neue Leute kennenzulernen. Das Programm gab mir die Möglichkeit, meinen Traum zu erfüllen, meine Stärken zu erkennen und an meinen Schwächen zu arbeiten. Zwar war es anfangs nicht leicht, mich einzuleben, aber ich habe es geschafft.
Ich bin kulturweit unendlich dankbar. Mit unvergesslichen Erinnerungen, vielen Geschichten und neuen Freunden, mit denen ich auf jeden Fall in Kontakt bleiben und die ich wiedersehen möchte, bin ich in meine Heimat Ägypten zurückgekehrt. Ich hoffe, dass kulturweit niemals endet.