Ein Jahr »kulturweit«
Nicht einmal ein ganzes Jahr ist es her, dass der kulturelle internationale Freiwilligendienst »kulturweit« am 13. Februar 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Seitdem hat das Programm in rasanter Geschwindigkeit Gestalt angenommen.
Im September diesen Jahres reisten bereits die ersten 200 jungen Menschen zu ihren Stellen in insgesamt 50 verschiedenen Ländern aus. Momentan beginnt die zweite Generation »kulturweit« - Freiwilliger mit den Vorbereitungen für ihren Einsatz: voraussichtlich 120 Personen werden im März 2010 in 51 Länder aufbrechen. In den nächsten beiden Monaten finden zudem die Auswahlgespräche für die Ausreise im September 2010 statt. Ingesamt 400 junge Menschen, so das Ziel, sollen im nächsten Jahr einen Freiwilligendienst mit »kulturweit« leisten können.
Für die ersten drei Ausreiserunden haben sich 3700 Personen beworben. Nicht nur dieses sehr große Interesse, sondern auch die ersten Rückmeldungen der Freiwilligen und der verantwortlichen Mentoren in den Einsatzstellen zeigen, dass »kulturweit« ein voller Erfolg ist. So betonen die Einsatzstellen immer wieder, dass die Freiwilligen einen sehr wertvollen Beitrag dazu leisten, vor Ort authentische Eindrücke über das Leben, die Sprache und die Kultur in Deutschland zu vermitteln. Zudem bringen die Freiwilligen Zeit für wichtige Tätigkeiten mit, die sonst in dieser Form nicht geleistet werden könnten.
Die Freiwilligen der ersten Generation evaluieren derweil bei den Zwischenseminaren, die im Dezember und Januar individuell in den einzelnen Ländern stattfinden, die ersten Monate ihres Dienstes. Als sehr positiv bewerten die Meisten, dass sie vor Ort wirklich gebraucht werden und von ihrer Einsatzstelle mit offenen Armen empfangen wurden. Als schwierig empfanden dagegen viele die Suche nach einer Unterkunft und die Einarbeitung in den Einsatzstellen. Hier soll bereits bei der zweiten Generation das Patenprogramm von »kulturweit« greifen: Rückkehrerinnen und Rückkehrer stehen den neuen Freiwilligen zu Beginn des Freiwilligendienstes Rede und Antwort und ermöglichen somit einen einfacheren Einstieg.
Neben den Patenschaften wird für die Rückkehrerinnen und Rückkehrer momentan ein Alumni-Programm vorbereitet: ehemalige Freiwillige erhalten damit die Möglichkeit, ihr erworbenes Wissen als Multiplikatoren in Deutschland weiterzugeben und sich weiterhin im Bereich der Kultur- und Bildungspolitik zu engagieren. Bereits im Februar 2010 werden diese Pläne konkret: Am Werbellinsee in der Nähe Berlins findet sowohl ein Rückkehrerseminar für die derzeitigen Freiwilligen als auch das Vorbereitungsseminar für die nächsten Freiwilligen statt: So können erste Infos und Eindrücke direkt weitergegeben werden.
Anna Veigel, Leiterin der »kulturweit« - Koordinierungsstelle der Deutschen UNESCO-Kommission, zieht vor diesem Hintergrund ein positives Fazit über das erste Jahr »kulturweit«: „Durch den Fokus auf die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik stellt der Freiwilligendienst eine Bereicherung auf dem Feld der internationalen Freiwilligendienste dar. Er schafft einen wichtigen Raum für interkulturelle Begegnungen und gibt den jungen Menschen gleichzeitig die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln.“



