Bildung für nachhaltige Entwicklung

Freiwillig gerecht: Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Auf den »kulturweit«-Seminaren diesen Sommer setzten sich die Freiwilligen auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit dem komplexen Thema ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung’ auseinander.

Auf dem Vorbereitungsseminar im September gab es hierzu eigens einen Schwerpunkttag, beim ersten »kulturweit«-Rückkehrerinnen- und Rückkehrertreffen im August stellten die Freiwilligen pantomimisch ihre Antworten auf Fragen rund um das Thema dar. Was sich hinter dieser neuen Idee für zukunftsfähige Bildung verbirgt und welche Fotos bei der Aktion entstanden sind, erfaren und sehen Sie hier.

 

Es geht um Gerechtigkeit!

"Glaubst Du, dass sich Fair Trade-Produkte durchsetzen können?"

Wo kaufe ich Kleidung, ohne die Ausbeutung in Asien oder Afrika zu unterstützen? Wie fördern wir wirtschaftlichen Fortschritt, ohne die Umwelt zu zerstören? Antworten auf diese und andere Fragen liefert eine neue Art des Lernens: Bildung für nachhaltige Entwicklung. In Deutschland setzt sich die Deutsche UNESCO-Kommission dafür ein, diese neue Idee von Bildung vom Kindergarten bis zur Hochschule bekannt zu machen.

Nachhaltigkeit klingt kompliziert und abstrakt, lässt sich aber auf einen einfachen Nenner bringen:  Es geht dabei vor allem um Gerechtigkeit. Jeder Mensch soll faire Chancen auf ein erfülltes Leben bekommen - kommende Generationen ebenso wie die Bewohner anderer Erdteile. Dafür ist eine wirtschaftlich, sozial und ökologisch ausgewogene Entwicklung wichtig.  Nachhaltige Entwicklung funktioniert nur, wenn sich jeder für eine menschenwürdige Gesellschaft einsetzt. Die notwendigen Fähigkeiten dazu - etwa Teamfähigkeit oder interdisziplinäres Denken - vermittelt Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Es geht bei dieser Art des Lernens auch um einen Wandel der Werte. Sie gibt die Einsicht weiter: Mein Handeln hat Konsequenzen, nicht nur für mich und mein Umfeld, sondern auch für andere Menschen.

Die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

"Was denkst Du über den Klimawandel?"

Die Vereinten Nationen widmen sich dem Thema mit einer Bildungskampagne, der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Von 2005 bis 2014 setzen sich die Staaten der Vereinten Nationen dafür ein, die Ideen der Bildung für nachhaltige Entwicklung in ihren Bildungssystemen zu verankern – vom Kindergarten über die Schule bis zur Universität, von der Berufsausbildung bis zur Weiterbildung.

Weltweit koordiniert die UNESCO diese Aktivitäten, in Deutschland übernimmt die Deutsche UNESCO-Kommission die Aufgabe auf Grundlage eines einstimmigen Beschlusses des Deutschen Bundestages; sie hat dafür ein Nationalkomitee eingerichtet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Arbeit. Unter anderem zeichnet die Deutsche UNESCO-Kommission Bildungsinitiativen und Kommunen aus, die die Ideen der Bildung für nachhaltige Entwicklung vorbildlich umsetzen. Mehr als 1000 dieser Offiziellen Dekade-Projekte gibt es mittlerweile bundesweit: in Schülerfirmen lernen Kinder, ökonomisch sinnvoll, umweltverträglich und sozial gerecht zu handeln; Kindergärten und Schulen bauen Solaranlagen oder engagieren sich für Fairen Handel; Institute bilden Fachleute für nachhaltige Geldanlagen aus; Jugendliche erklären Interessierten bei einer alternativen Stadtführung, wie nachhaltiger Konsum funktioniert. Elf Städte und Gemeinden tragen für ihr Engagement den Titel „Kommune der UN-Dekade“

 

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"Glaubst Du, dass die Millenium Goals bis 2015 erreicht werden können?"

Außerdem haben die Ideen der BNE mittlerweile Einzug in zahlreiche Lehrpläne und Richtlinien gehalten, die Hochschulrektorenkonferenz und zahlreiche Initiativen von Studierenden widmen sich dem Thema. Bund, Länder und Nicht-Regierungsorganisationen tragen mit rund 70 konkreten Maßnahmen dazu bei, BNE umzusetzen. Dazu zählen zum Beispiel Austausch- und Bildungsprogramme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) oder das Förderprogramm "Forschung für Nachhaltigkeit" des BMBF.

Die Internetseiten www.bne-portal.de und www.mehr-wissen-mehr-tun.de zeigen, wo in Deutschland solche vorbildlichen Initiativen arbeiten und wie sich jeder beteiligen kann. Wer noch Unterstützung für seine Projektidee zur Nachhaltigkeit benötigt, kann sich beim Wettbewerb „Ideen Initiative Zukunft“ bewerben, einer Kooperation von Deutscher UNESCO-Kommission und dm drogeriemarkt. Noch bis zum 15. Oktober 2010 können Gruppen und Einzelpersonen ihr Projekt oder ihre Idee unter www.ideen-initiative-zukunft.de einreichen. dm unterstützt 1.200 Gewinner-Projekte mit jeweils 1.000 Euro und stellt insgesamt mehr als 1,5 Millionen Euro für den Wettbewerb zur Verfügung.

 

"Glaubst Du, dass sich Fair Trade-Produkte durchsetzen können?"

Autorin des Artikels ist Katja Korf. Sie ist Referentin im Sekretariariat der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung"der Deutschen UNESCO-Kommission. 

Das Sekretariat kann zahlreiche weitere Informationen zu dem Thema geben. Sie erreichen es wie folgt:

Sekretariat UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung"
Deutsche UNESCO-Kommission e.V. / German Commission for UNESCO

Langwartweg 72
53129 Bonn

Tel.:     +49 228 688444 10
Fax:     +49 228 688444 79
E-Mail: sekretariat[at]esd.unesco.de

 

 

 

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