Newsletter Oktober 2011
Wie wird die Menschheit mit den globalen Herausforderungen fertig? Welchen Einfluss kann jeder Einzelne haben? Was kann man bei »kulturweit« lernen um die Welt nachhaltig zu gestalten?

- Olivier Laboulle
Grußwort des Leiters des Sekretariats UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" der Deutschen UNESCO-Kommission, Olivier Laboulle
Liebe »kulturweit«-Freiwillige, liebe Leserinnen und Leser,
wie wird Deutschland und die Welt in 30 Jahren aussehen? Woher wird der Strom kommen? Wird Deutschland in einen Krieg verwickelt sein? Wie werden Kinder zur Schule gehen? Was werden sie dort lernen?
Mit diesen Fragen begann ich meinen Vortrag am 6. September 2011 auf dem »kulturweit«-Vorbereitungsseminar. Ich war bedrückt zu sehen, dass viele ein dunkles Bild der Zukunft vor Augen hatten, obwohl es bereits eine alternative positive Vision für die Zukunft gibt, auf die sich die ganze internationale Gemeinschaft geeinigt hat: die Nachhaltigkeit.
Manchmal denke ich wie viele andere Bürger auch, dass Expertengremien, Juristen und Politiker diese Gesellschaftsutopie mit Gesetzen und technischen Innovationen herbeizaubern werden, ohne dass sich mein Lebensstil groß verändern oder ich selbst eine aktive Rolle spielen müsste. Dass dies eine Illusion ist, muss sicherlich nicht lange ausgeführt werden. Genau dort setzt die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ mit dem Ziel an, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln zu vermitteln. Dabei geht es nicht nur um theoretisches Wissen, sondern vielmehr um Gestaltungskompetenzen, die Menschen in die Lage versetzen, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt. Der Ausgangspunkt ist: nur mündige Bürger, kritische Konsumenten und selbstdenkende Mitarbeiter werden gemeinsam die Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit bewegen können.
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- Das Logo der UN-Dekade
Die Deutsche UNESCO-Kommission koordiniert die Umsetzung der Dekade in Deutschland und versteht »kulturweit« als einen ganz praktischen Beitrag dazu. Bei der Bildung für nachhaltige Entwicklung geht es darum, sich in fremde Kulturen einzufühlen, globale Perspektiven einzunehmen und danach zu handeln. Was könnte diese Grundsätze besser vermitteln als ein »kulturweit«-Freiwilligendienst im Ausland?
In der globalisierten Welt kann man sich manchmal orientierungs- und machtlos fühlen, gar den Eindruck haben, man könne nichts dafür oder dagegen tun. Eins können wir aber alle: Lernen uns selbst zu verändern und unseren Lebensstil so zu gestalten, dass er möglich wenig Schaden anrichtet. Wenn wir das alle täten, dann wären die Ziele der Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ erreicht. Dies bedarf Mut, Engagement und Entschlossenheit - Eigenschaften, die ich bei allen »kulturweit«-Freiwilligen deutlich erkennen konnte.
Meine ganz persönliche Hoffnung ist daher, dass Sie sich im Ausland oder nach Ihrer Rückkehr in Deutschland weiter für globale Gerechtigkeit und internationale Verständigung einsetzen, damit die Vision unserer Zukunft bald wieder heller sein kann.


