Die Freiwillige Kerstin Yü-Shiuan Martin berichtet von dem Treffen mit der neuen Staatsministerin für Kultur, Frau Pieper, in ihrer Einsatzstelle in der Berufsakademie NanJing
Blumen, roter Teppich und Willkommensbanner

- Die Freiwillige Kerstin Yü-Shiuan Martin zusammen mit der Staatsministerin für Kultur, Frau Pieper
Roter Teppich, Blumen und Willkommensbanner - meine Einsatzstelle, die Berufsakademie NanJing, scheute weder Mühen noch Kosten Frau Staatsministerin Pieper an unserer Schule willkommen zu heißen.
Grund ihres Besuches war die festliche Überreichung der offiziellen PASCH- Plakette der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“. Seit Juli diesen Jahres ist unsere Berufsschule Teil des weltumspannenden Netzes dieser Initiative des Auswärtigen Amts.
Ich bin nun seit Ende September an meiner Einsatzstelle in NanJing und die Zeit vergeht wie im Fluge. Die anfängliche Orientierungslosigkeit hat sich gelegt und alles, was vorher unbekannt oder ungewohnt war, ist inzwischen ein Stück Normalität geworden. Das chinesische Frühstück, der überfüllte Bus zur Schule oder der Morgenappell gehören nun zum Alltag. Durch die Erzählungen meiner taiwanesischen Mutter war ich jedoch schon auf vieles vorbereitet.
Auch in meiner Einsatzstelle habe ich mich gut eingelebt. Jeden Tag unterrichte ich etwas Deutsch, halte Präsentationen über Deutschland, korrigiere übersetzungen, oder motiviere die SchülerInnen in interaktiven Spielen zum Deutsch reden. Mit 90 SchülerInnen, die nach drei Jahren von der Bosch und Siemens Haushaltsgeräte GmbH übernommen werden, übe ich gerade deutsche Lieder für unsere Weihnachtsfeier ein. Das macht natürlich großen Spaß, kann aber auch eine große Herausforderung sein, da sie erst seit kurzer Zeit Deutsch lernen.
Am 18. November übernahm ich jedoch einmal eine andere Rolle. Gemeinsam mit einem chinesischen Lehrer moderierte ich die Überreichung der PASCH-Plakette, durch Staatsministerin Pieper. Das war natürlich aufregend, zumal für die Veranstaltung nicht viel Zeit zur Verfügung stand. Speziell zu diesem Anlass kam eine Vertreterin der Abteilung Kultur und Bildung des Goethe-Instituts in Shanghai, die uns bei den Vorbereitungen half. Gemeinsam organisierten wir den Festakt, von der Erstellung des Programms bis hin zur Sitzplatzordnung.
Durch den straffen Zeitplan der Staatsministerin blieb nur eine Stunde für die Veranstaltung. Nachdem drei Ansprachen gehalten worden waren, wurde die Plakette durch Staatsministerin Pieper überreicht. Zum Abschluss führte eine Gruppe Schüler einen Tanz auf und sangen ein deutsches Lied. Nach den offiziellen Fotos musste die Staatsministerin, die während ihres ersten Amtsbesuchs in China zahlreiche Termine wahrnahm, leider wieder aufbrechen. Dennoch nahm sie sich noch Zeit für ein persönliches Foto mit mir.
Nun stehen mir noch drei Monate in China bevor und ich freue mich darauf, noch mehr von der Kultur und den Menschen zu erfahren. Im Februar wird das wichtigste und größte Fest, das Neujahrsfest, gefeiert. Durch eine neu gewonnene Freundin und Kollegin werde ich dieses in einer chinesischen Familie verbringen, worauf ich mich sehr freue. Ende Februar werde ich zum kulturweit-Nachbereitungsseminar wieder in Deutschland sein. Ich bin gespannt, wie mir das deutsche Frühstück dann schmecken wird…
Kerstin Yü-Shiuan Martin

