Fahrradkarawane

Freiwilligenbericht: »kulturweit«-Fahrradkarawane durch Osteuropa

„Harte Steigungen“, Schotterwege, Wind, Wetter, streunende Hunde und ganz viel schöner Donau-Radweg. Zwei Dutzend Freiwillige radelten mit  »kulturweit« im Juli elf Tage per Fahrradkarawane durch verschiedene Einsatzländer Osteuropas. Die Fahrradroute „EuroVelo6“, die unter anderem entlang der Donau von Bratislava bis Belgrad führt, machte es ihnen nicht immer leicht. Ausreichend gefordert, aber vor allem glücklich und wohlbehalten erreichten sie am 30. Juli ihr Ziel Belgrad und können nun auf eine tolle Tour zurückblicken. Daniel Weber - »kulturweit«-Freiwilliger am Gymnázium P.O. Hviezdoslava in Dolný Kubín (Slowakei) - berichtet von diesem spannenden Abenteuer.

Auftakt in Bratislava

»kulturweitler« radeln durch Osteuropa
In der slowakischen Hauptstadt Bratislava bezogen wir als zunächst übersichtliche Runde unser Quartier in der Deutschen Schule. Zusammen mit dem Goethe-Institut Bratislava und einer Gruppe slowakischer Fahrradaktivisten veranstalteten wir zum Auftakt eine Stadtrundfahrt, die in eine Veranstaltung auf dem zentralen SNP-Platz in der Innenstadt mündete.

 

Die "Fahrraddisko"

Fahrrad-Disco in Bratislava
Hier kamen wir und einige Passanten schon vor dem offiziellen Tourstart beim Treten in die Pedale ordentlich ins Schwitzen. Denn auf dem Platz waren zwei Räder installiert, die als Energiequelle für eine Musikanlage zur Beschallung des Platzes dienten. Sich als Gruppe durch das sonst eher fahrradfeindliche Bratislava zu kämpfen war ein deutliches Plädoyer für die Stärkung des Fahrradverkehrs und die „Fahrrad-Disko“ eines für alternative Energiegewinnung.

Interkulturelle Kreativität
Von der Slowakei aus radelte die Karawane entlang der Donau nach Ungarn durch kleine urige Dörfer, auf schönen Uferwegen und vorbei an Feldern und Wiesen. In der Grenzstadt Komárno (Sk) bzw. Komárom (Hu) kamen wir mit einer Schülergruppe eines ungarischen Gymnasiums im slowakischen Teil der Stadt zusammen. Bei einer Finger-Malaktion reichten wir uns die Hände und erschufen ein kreatives Kunstwerk zum Thema „Begegnung“.

 

Finger-Malaktion mit ungarischen Schülern

Begegnungen
Zu einem weiteren verheißungsvollen interkulturellen
Austausch kam es im serbischen Sombor, wo wir eine Jugendkulturgruppe der donauschwäbischen Minderheit des „Deutschen Vereins“ trafen. Wir merkten aber auch bald, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, sich bei einem arrangierten Treffen nach einer unter Umständen langen Tagesetappe aufeinander einzulassen. Wir wurden stets mehr als freundlich empfangen, manchmal fehlte aber vielleicht einfach ein kleines Stück mehr Elan unsererseits, um die Begegnungen noch weiter zu vertiefen.

 

Führung durch das jüdische Viertel

Von Budapest nach Pécs
In der ungarischen Hauptstadt Budapest genossen wir eine anregende Führung durch das jüdische Viertel, die ein »kulturweit«-Freiwilliger, der an der Deutschen Schule Budapest seinen Dienst leistet, durchführte. Das malerische Städtchen Kalocsa brachte uns mit seinem liebevoll gestalteten Museum und den vielen kleinen Läden und großen Feldern die Geschichte der Paprika nahe, bevor wir über Baja unsere letzte ungarische Station Pécs ansteuerten.

 

Mit dem Cello auf Tour

Mit "OrientCelli" durch Osteuropa
Dort stieß das aus ehemaligen Freiwilligen bestehende Cello-Quartett „OrientCelli“ zu unserer
Gruppe, das  uns mit einigen Konzerten verwöhnte. Über das kroatische Vinkovci führte unsere Route schließlich bis nach Serbien. In Novi Sad besuchten wir das Jugendzentrum CK13 und lernten eine ganz andere Art von freiwilliger Arbeit kennen. Das CK13 wird nämlich komplett selbstständig von Jugendlichen betrieben, die sich gegen Fremdenhass und für Toleranz einsetzen.

 

 

Abschlusskonzert von "OrientCelli"

Ein gelungener Abschluss
Die Tour endete mit einem Abschlusskonzert von „OrientCelli“ im Kalemegdan, dem bekanntesten Park Belgrads. Dieser bot mit seinem Musikpavillon in der Abenddämmerung eine fantastische Atmosphäre, von der sich auch zahlreiche Passanten ergreifen ließen und stehenblieben. Am Ende unserer Fahrt zählte der Tacho beeindruckende 750 Kilometer und 40 Radstunden. Ein Ergebnis, auf das wir  sicher stolz sein können. Ein Lob an die Gruppe, die unbeeindruckt von endlos scheinenden Steigungen, unerschöpflichen Regengüssen und sogar unvermittelter Angriffe blutrünstiger Vierbeiner immer weiterstrampelte.

 

"Länder er-fahren" - Freiwillige auf dem Donauradweg

Hoffentlich bis zum nächsten Mal!
Schon vor einem Jahr hat die Idee einer Fahrradtour im Rahmen des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011 unsere heißgeliebte »kulturweit«- Koordinierungsstelle befallen. Nun waren wir Teil dieses Produkts langer und wahrscheinlich teilweise mühseliger Vorbereitungen. Vielen Dank besonders an die dortige Praktikantin Alina Edel, die die Tour maßgeblich organisierte! Getreu dem »kulturweit«-Motto durften wir sowohl (auf dem Fahrrad wahrscheinlich besonders intensiv) „Länder spüren“ als auch „Kulturen erleben“. Ein voller Erfolg also, und vielleicht geht es ja im nächsten Jahr weiter.

Während der Tour haben wir kontinuierlich auf dem kulturweit-blog berichtet. Die Berichte und zahlreiche weitere Fotos finden Sie hier.

 

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