Marlen Töpfer aus Thüringen ist im September 2010 zu einem Freiwilligendienst am Goethe-Institut in Almaty, Kasachstan, aufgebrochen. Nach einem halben Jahr in der Metropole fühlt sie sich "zur richtigen Zeit am richtigen Ort"!
Mittendrin in Kasachstan

- In der Bibliothek des Goethe-Instituts
Kasachstan - ein unbekanntes Land
Als ich mich bei »kulturweit« beworben habe, sagte ich noch scherzhaft zu meinen Freunden: „Passt auf, dann komme ich noch nach Kasachstan!“ – Ohne etwas über das Land zu wissen, ohne zu wissen, dass es überhaupt Einsatzstellen in diesem Land geben könnte. Vielleicht kam mir einfach gerade nur dieses Land in den Sinn, weil es mir unbekannt war. Noch nicht einmal die Hauptstadt hätte ich benennen können.
Fremdes wird zum Alltag
Nun bin ich seit vier Monaten mitten in Zentralasien, mittendrin in Kasachstan – einem Land, das fast 8 Mal größer als Deutschland ist und das neuntgrößte Land der Welt darstellt! Anfangs war mir Vieles sehr fremd, doch heute ist es für mich zum Alltag geworden. So esse ich mittlerweile Pferdefleisch genauso gerne wie viele Kasachen. Es ist in sehr vielen Gerichten enthalten – da vor allem hier im Süden viele Muslime wohnen, ersetzt das Pferd sozusagen das Schwein! Ich stelle mich auch schon ganz selbstverständlich auf die Straße, strecke meine Hand aus und warte auf irgendein Auto, das mich mitnimmt, denn jedes Auto kann ein mögliches Taxi sein. Die meisten Busse sind zwar grenzenlos überfüllt, doch wecken sie ein Heimatgefühl, weil es alte deutsche Busse sind, die noch deutsche Aufschriften tragen.

- In den Bergen um Almaty
Am Goethe-Institut
Meinen Freiwilligendienst leiste ich im Goethe-Institut in Almaty - der größten Stadt in Kasachstan. Die Arbeit macht mir nicht nur viel Spaß, sondern ich lerne auch sehr viel und kann mein Studium anwenden.
Ich habe das letzte halbe Jahr von „Deutschland in Kasachstan 2010“ miterlebt und so viele Veranstaltungen wie den Bildungskongress, das Filmfest „KINOgerMANIJA“, die Ausstellung „Man spricht Deutsch“ oder die Abschlussveranstaltung eines Theaterstückes mitorganisieren und -durchführen können. Jetzt im Januar starte ich für die letzte Zeit meines Aufenthaltes mein eigenes Projekt, einen Filmclub zum Thema Migration und Integration.

- Silvester mit Gastfamilie
Weihnachten? Silvester!
Einerseits fühle ich Verbundenheit mit den Menschen, der kasachischen Kultur und dem Leben hier, andererseits ist vieles für mich immer noch fremd und manches wird es wohl immer bleiben.
Im November dachte ich noch, dass ich gar kein Weihnachtsgefühl bekommen werde, in einem muslimisch geprägten Land, in dem Weihnachten höchstens als russisch-orthodoxer Feiertag am 07.01.2011 gefeiert wird. Als dann alle Geschäfte und öffentlichen Gebäude mit Lichterketten, Rentieren und ab und zu auch Weihnachtsmännern geschmückt wurden, war ich verblüfft. Doch keine falsche Verwechslung! Die ganze Lichterpracht war für Neujahr bestimmt – das Silvesterfest ist hier das Weihnachten
Zur richtigen Zeit - am richtigen Ort!
Am faszinierendsten in Kasachstan finde ich jedoch die Landschaft! Während sich auf einer Seite meilenweit Berge erstrecken, die sich in den verschiedensten Formen ausgebildet haben, erblickt man auf der anderen Seite endlose Steppe, die den Horizont erahnen lässt. Und mittendrin eine freilaufende Pferdeherde in grenzenloser Freiheit und mittendrin auch ich – zur richtigen Zeit am richtigen Ort!
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